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Nicht auf - sprichwörtlich gesehen - «den Hund gekommen», sondern auf die «Katz» sind die Schüler der Grundschule Burggriesbach. Seit einigen Wochen tummelt sich in der Schule und auf dem Schulgelände «TigerLilly», die Schulkatze und wird überhäuft mit Streicheleinheiten. FREYSTADT/BURGGRIESBACH - «Begonnen hat alles nach den Weihnachtsferien», erzählt Schulleiterin Tanja Kölbel. «Eine graugetigerte, recht abgemagerte Katze ist auf dem Hof herumgestreift und hat morgens vor dem Lehrereingang darauf gewartet, dass sie der Erste mit hineinlässt. In der Pause hat sie sich immer bei den Kindern aufgehalten, die sie öfters gefüttert haben. Es war gut spürbar, dass sie an Menschen gewöhnt ist.» Man habe geforscht, wem das Tier wohl gehören könnte - blieb aber erfolglos. Dann wurde der Entschluss gefasst, sie bei einer Familie, die schnell gefunden war, unterzubringen. Jedoch hatten da die Erwachsenen die Rechnung ohne die Mädchen und Buben gemacht. «Tags darauf haben sie eine Demonstration organisiert und sind mit Plakaten ,Wir wollen unsere Katze wieder‘ zum Lehrerzimmer gezogen», schmunzelt die Pädagogin. So sei die nicht alltägliche Idee entstanden, eine Schulkatze zu halten. Zunächst habe man Überlegungen angestellt, wie das in den Ferien und am Wochenende gehen soll, wenn keiner da ist. Die beiden Viertklässlerinnen Sarah Deierler und Julia Bauer überlegten nicht lange und übernahmen dieses Amt. Sarah: «Ich mag Katzen gerne, habe aber selber keine.» In den Ferien beschäftigt sie sich meist eine gute halbe Stunde mit der «Tiger-Lilly», füttert sie mit Nassund Trockenfutter, wechselt das Wasser und spielt mit ihr. Tiere zu betreuen ist sie schon gewohnt, denn zu Hause hilft sie ihrem Opa beim Füttern und Misten der acht Hasen. Julia, die noch einen Hund und Goldfische daheim hat, findet, «es ist eine schöne Arbeit, die Freude macht, vor allem wenn sie beim Streicheln schnurrt». Ein gemütliches Zuhause hat man dem «Stubentiger» in der Schulgarage eingerichtet - mit Katzenklappe, Katzenhaus und Kratzbaum, beides gespendet von einer Mutter. Zur Sicherheit wurde das Katzenmädchen zu einem Gesundheitscheck gebracht und es wurde sterilisiert. Die Impfung gab’s von Tierärztin Cornelia Kupfer unentgeltlich dazu. Spannend ist auch die Namenssuche geworden. Ganz demokratisch sind in jeder Klasse Vorschläge gemacht und jeweils zwei Favoriten ausgesucht worden. Unter «Kitty», «Tinka», «Lilly», Macavity», «Tiger», «Tapsi» und «Sternchen» wurde dann am Projekttag «Katze» abgestimmt. Alle sind glücklich mit der Katzenadoption, denn wo gibt es sonst schon eine Katze im Unterricht. «Mathe mag sie besonders gern», hat Lehrerin Martina Kleinod beobachtet. Da setzt sich ab und zu sogar auf einen Tisch zwischen die Schulbücher. «Seit die Katze da ist, gehe ich lieber in die Schule», lacht Antonia, während sich Katharina, obwohl sie sich fest vorgenommen hat, es nicht zu tun, «ab und zu ablenken lässt.» Auch Laura hat seither viel mehr Spaß, «weil sie uns im Unterricht manchmal zum Lachen bringt, beispielsweise, als sie die Kreide probiert hat.» Auch die Allergie gegen Katzenhaare ist ein Thema, deshalb ist das Klassenzimmer der Dritten, in dem zwei Allergiker sitzen, für «TigerLilly» strikt tabu.
ANNE SCHÖLL |