Hilfe für Blinde: Auf vielen unserer Seiten können Sie durch den Sprung zum ersten Anker die gesamte Navigation überspringen und so direkt zum Inhalt gelangen.
Logo - Zur Homepage der Neumarkter Nachrichten Eltern sollten bei ihren Kindern «nach dem Rechten» sehen nordbayern.de - Informationen und Nachrichten
Mo  
14 | 24
Di  
10 | 24
Mi  
14 | 25
E-Paper die elektronische ZeitungRund ums Zeitungs-AboAnzeigen lesenAnzeigen aufgebenZur Anzeigen-Preisliste
02.01.2010
SUCHEN  HILFE  ?
AUS IHRER ZEITUNG
AKTUELL
SPORT
ANZEIGEN
FREIZEIT
SERVICE
SPECIAL
DER VERLAG
LOKALMELDUNGEN - NEUMARKT UND UMLAND ÜBERSICHT  ZURÜCK

Eltern sollten bei ihren Kindern «nach dem Rechten» sehen

Lonsdale-Shirt und «88»: Die Projektgruppe «Vielfalt tut gut» will Lehrer und Eltern in Bezug auf Nazi-Symbole aufklären
 Eltern sollten bei ihren Kindern «nach dem Rechten» sehen
Schon seit drei Jahren versucht die Projektgruppe «Vielfalt tut gut» im Landkreis Neumarkt den braunen Sumpf durch Aufklärung trocken zu legen. Und obwohl Initiatorin Carolin Braun auf Erfolge zurückblicken kann, stellt sie doch fest: Die Rechten werden radikaler. Das musste die Kreisrätin und stellvertretende Landrätin bereits am eigenen Leib erfahren.

NEUMARKT/DIETFURT - Es war eine erschreckende Entdeckung, die Carolin Braun vor wenigen Wochen machte. Ein Foto, das einen Mann mit Sturmmaske und einer Waffe zeigt, lag vor ihrer Haustür. Darunter der Spruch: «Are you ready to fight?» (Bist du bereit zu kämpfen?). Eine klare Botschaft, die ein Mitglied der örtlichen «Kameradschaft Altmühltal» der Politikerin gesendet hatte. Wenig später wurde diesen Worten noch durch eine E-Mail Nachdruck verliehen: «Nie wieder Juden, nie wieder SPD – wir kriegen euch alle.»

«Die Rechten radikalisieren sich», sagt Braun. Das zeige sich auch daran, dass der neu gewählte NPD-Bezirksvorsitzende Willi Wiener dem extremeren «Frei Netz Süd», das unter anderem für die Aufmärsche in Gräfenberg verantwortlich ist, nahe steht. Es sei also zu erwarten, so Braun, dass sich das in der nächsten Zeit auch nicht ändern werde.

Sorgen machen ihr weniger die «übrig gebliebenen Altnazis», sondern vor allem junge Menschen, die häufig trotz guter Ausbildung Halt in rechten Organisationen suchen. Ein klares Feindbild und die Möglichkeit, anderen die Schuld für alles geben zu können, sei für sie oft genauso Motivation wie das Bedürfnis nach Anerkennung und Sicherheit.

Obwohl diese vermeintlichen Säulen Trugbilder sind, musste Braun seit 2004 in Dietfurt erleben, wie die «Kameradschaft Altmühltal» immer mehr Anhänger um sich scharte und bei Skinhead-Konzerten gezielt nach jungen Leuten fischte. Zwar formierte sich in der Stadt schnell Widerstand, doch bald wurde klar, dass man weiter greifen müsse. Die Vernetzung der Gegner müsse genauso gut sein wie die der Rechtsradikalen.

In Anlehnung an das Bundesprojekt «Vielfalt tut gut», in dem sich Neumarkt als eine der ersten Städte als «Ort der Vielfalt» beworben hat, gründete Braun die Projektgruppe. Heute gehören ihr Renate Großhauser vom Kreisjugendring, Oliver Schmidt von der Kommunalen Jugendarbeit, Gero Wiescholek von der Regina GmbH, Monika Schmidt vom Christlichen Jugenddorf und Carolin Braun vom Bündnis gegen Rechtsextremismus im Landkreis Neumarkt an.

Hauptziel sei, die Multiplikatoren, sprich Schulen, Jugendeinrichtungen und ähnliches zu erreichen. So habe man zum Beispiel Veranstaltungen organisiert, in denen erklärt worden sei, an welchen Kleidern oder Zeichen man Rechstradikale erkenne, mit welchen Argumenten ihnen zu begegnen sei und welche Wirkung rechte Musik hat, die gemeinhin als «Einstiegsdroge» in braunes Gedankengut gilt.

«Ich will nicht auf den Lehrern herumhacken, aber viele bemerken es nicht einmal, wenn jemand mit einem Consdaple oder einem Lonsdale-Shirt vor ihnen sitzt oder provokativ eine 88 oder eine 18 auf die Tischplatte ritzt», sagt Braun.

Ein Defizit, von dem die Kreisrätin findet, dass es schon in der Lehrerausbildung behoben gehört. Ihrer Ansicht nach dürfe kein junger Lehrer die Universität verlassen, ohne zu wissen, dass besagter Schriftzug auf den T-Shirts zu einem NSDA(P) zusammenschrumpft, sobald der Träger ein offenes Hemd darüber anhat, oder dass die Zahlen ins Alphabet übersetzt «HH» für «Heil Hitler» oder «AH» für «Adolf Hitler» bedeuten.

Doch auch den Eltern will die Projektgruppe vermitteln, dass sie in den Zimmern ihrer Kinder «immer wieder mal nach dem Rechten» sehen sollten, wie ein Freund Brauns es einmal formuliert hat. Dafür sei jedoch notwendig, dass sie sich im Internet oder über Broschüren in den Ämtern auch informieren, worauf sie achten müssen. Schließlich sei Prävention das wichtigste im Kampf gegen das braune Gedankengut. Braun wird sich daher weiter engagieren. Und sich nicht einschüchtern lassen. NICOLE NETTER
2.1.2010
Mehr zu diesem Thema
Mehr vom aktuellen Tagesgeschehen lesen Sie in Ihrer Zeitung. Jetzt abonnieren Link auf ein externes Angebot
 
  © NEUMARKTER NACHRICHTEN Diesen Artikel weiterempfehlen E-Mail zu diesem Artikel an die Redaktion schreiben Zur Druckversion dieses Artikels
 Artikel empfehlenE-Mail an die
Redaktion
Zur
Druckversion
ANZEIGE
  
KOLUMNE

Täglich frisch aus der Lokalredaktion.
Schmunzeln Sie mit.
  
 Party-People
  
ANZEIGE
  
 Aktuelle Videos
video.nordbayern.de
  
ANZEIGE
  
 Auf Streifzug
  
 RATGEBER
Diese Seiten sind echtes Geld wert!
Vergleichen Sie hier:
Alle Ratgeber auf einen Blick finden Sie hier:
  
 35. BARDENTREFFEN
Bardentreffen Nürnberg
30. Juli - 1. August
Alle Infos hier
  
 Bild des Tages
Das Bild des TagesFür eine größere Ansicht: Klick aufs Bild!
  
 Bäderserie
  
 Bildstrecken
Franken im Bild Eindrücke aus den
Städten der Region
Zu den Bildstrecken
  
Alles was wichtig ist rund um die Szene in Nürnberg und noch viel mehr gibt es in der Szene Extra!
Einfach mal reinklicken