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Region liefert wirksamen Ersatz für Gen-Soja |
| Rapskuchen aus der Ölmühle bei Mühlhausen bürgt bei dem Roßthaler Josef Schneider für Spitzenergebnisse |
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Der Verzicht auf den Einsatz von gentechnisch verändertem Saatgut fällt leicht, doch bei der Fütterung greifen die Landwirte doch gern zum preiswerten Soja-Schrot aus überseeischer Produktion, bei dem garantiert die Erbgutpantscher ihre Finger im Spiel haben. Das Bündnis «Zivilcourage - für einen gentechnikfreien Landkreis Neumarkt» zeigt Alternativen auf, die aus der Region stammen.
BERCHING - Josef Schneider ist ein Multi-Talent, Bio-Bauer ist er nicht. Dieses Etikett heftete ihm der Zivilcourage-Verein ans Revers, beeindruckt vom Engagement des gelernten Landwirtschaftsmeisters, Agraringenieurs und Bankkaufmanns.
Schneider steht morgens und abends im Stall oder bewirtschaftet seine Felder rund um den idyllisch gelegenen Berchinger Ortsteil Roßthal. Zwischendrin hält er als Geschäftsführer die Rapsölmühle der Juraps-GmbH an der Lände in Mühlhausen in Schwung.
Genau von hier bezieht er den Soja-Ersatz: Rapskuchen ist ein Nebenprodukt der Ölpresse an der Lände. Seit 15 Jahren tüftelt der Roßthaler an der idealen Futterkombination aus Rapskuchen, aus gentechnisch sauberem Soja-Konzentrat und den üblichen Zutaten wie Gras-Mais-Silage, Heu, Getreide, Erbsen und Grünland-Cobs.
Kaum Mehrkosten
Der Kaufmann mit einem Hang zu langen Zahlenkolonnen weiß inzwischen genau, dass diese Futtermischung nur wenig mehr kostet, als die Verwendung gentechnisch veränderten Sojas. Die Milchleistung seiner 15 Fleckviehkühe liegt nach Menge und Qualität über der ihrer Kolleginnen im Landkreisdurchschnitt. Und: Die Tiere sind gesünder.
Mit diesen Ergebnissen wird Josef Schneider zum Kronzeugen für den Zivilcourage-Vorsitzenden Thomas Weiß: Es gibt Alternativen zu Gen-Soja in der Fütterung, Rapskuchen verursacht kaum Mehrkosten, spornt die Kühe ebenso zu Höchstleistungen an und das Mühlhausener Produkt entspricht dem Denken in regionalen Wirtschaftskreisläufen.
Bei Josef Schneider - unterstützt wird er von seiner Frau Maria und ihren Eltern - ist der Mini-Kreislauf komplett: Bei zehn Hektar Dauergrünland und17 Hektar Ackerland nützt er fünf Hektar für den Rapsanbau. Mit dem daraus gewonnen Rapsöl erzeugt der Roßthaler Betrieb Energie für das Blockheizkraftwerk und den Fuhrpark, der Rapskuchen landet in den Mägen der Milchkühe.
Kampagne läuft an
Das Bündnis Zivilcourage will die anderen Landwirte im Kreis von den Vorteilen dieser gentechnikfreien Fütterung überzeugen. Eine kleine Kampagne läuft an, doch der Bauernverband gibt sich noch zurückhaltend.
Adressaten sind auch die Verbraucher: Wenn sie ihre Macht an der Einkaufstheke gegen die Gentechnik einsetzen, lassen sich die Produzenten schneller überzeugen. Josef Schneider hat auch hier ein Argument: Die aus der Milch von seinem Hof gewonnene Butter lässt sich leichter auf Brot verstreichen als andere Ware, weiß er von seiner Molkerei.
Hans Gillitzer |
| 31.7.2008 |
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